Obacht – Baum fällt!
Fleißig waren die Kolbermoorer Vereine am vergangenen Samstag als der neue Maibaum gefällt wurde. Ein besonderer Dank gilt dabei dem Spender Michael Glas. Bereits zum dritten Mal arbeiten nun die drei Kolbermoorer Vereine – bestehend aus den Immergrünen Trachtlern, den Mangfalltalern Trachtlern und der Stadtsingschule – zusammen. Nach dem Fällen wurde der Baum geschepst und an seinen „geheimen“ Lagerplatz gebracht. Im kommenden Jahr wird dieser dann mit den weiß-blauen Farben verziert und Anfang Mai am Kolbermoorer Marktplatz in seine gewohnte Position gestemmt.
Besinnlicher Jahresausklang
Wie es beim Trachtenverein schon Tradition ist, bildet die Weihnachtsfeier den Abschluss im Kreislauf des Jahresprogrammes. Auch heuer erwartete die Mitglieder am ersten Adventssamstag im Mareissaal ein vielversprechendes Programm. Bereits seit den frühen Herbsttagen wurde hierfür geprobt, gebastelt und zum Schluss auch noch gebacken. Der Nachwuchs ist hier der Hauptakteuer, der das Publikum rund 1 Stunde in ihren Bann zieht. So konnten sich die Zuschauer von den gesanglichen und musikalischen Künsten der jüngsten ein Bild machen. Für die abwechslungsreiche Gestaltung der Feier wurde von den größeren ein Theaterstück über die heilige Nacht eingespielt, welches für viel Schmunzeln und Freude bei den Anwesenden sorgte. So bedankte sich der 1. Vorstand Christian Staudinger vor allem bei den Eltern, die Ihre Kinder bei den Proben, Auftritten und Festen unterstützen. Aber auch der Niklaus war mit „seinen Immergrünen“ recht zufrieden, so hatte er nur wenig zu bemängeln – zum Glück für alle anwesenden Kinder die sehnsuchtsvoll auf ihr „Nikolaussackerl“ warteten. Nach dem offiziellen Teil konnte man bei Speis und Trankt den frühen Abend noch gemeinsam ausklingen lassen.
Vorbereitungen für Weihnachten
Voller Hingabe wurde am vergangenen Samstag bei dem Nachwuchs der Immgerünen Trachtler gebastelt, gebacken und geprobt. Auch wenn die Vorbereitungen für die anstehende Weihnachtsfeier schon seit längerem laufen möchte man nichts dem Zufall überlassen. So bekam das Programm noch seinen letzten Feinschliff – aber auch der Spaß kam dabei beim Basteln und Plätzchenbacken für die nahende Adventszeit nicht zu kurz. Wie in den vergangenen Jahren lädt der Trachtenverein seine Mitglieder zum Jahresausklang am kommenden Samstag zur Weihnachtsfeier ein. Beginn ist um 16:00 Uhr im Mareissaal in Kolbermoor.
Gute Küche ist Garant für volles Haus
Auch heuer konnten sich die Immergrünen Trachtler aus Kolbermoor wieder über ein bestens besuchtes Kessel- und Ochsenfleischessen freuen. Garant hierfür ist wie immer die gute Küche des Vereins die alle Anwesenden versorgte. Wer nach den Gaumengenuss noch nicht genug hatte konnte den Nachmittag bei einem Ratsch mit Kaffee und Kuchen ausklingen lassen.
Vereinsausflug – Die Trachtler sind auf Reisen
Auf nach Tirol und ins Karwendelgebiet hieß es am ersten Oktoberwochenende für die Trachtler der Immergrünen aus Kolbermoor. Am Samstag starte der Bus von Kolbermoor aus in Richtung Innsbruck.
Dabei führte der erste Halt in die kleinste Stadt Österreichs, nach Rattenberg. Diese ist vor allem durch ihren mittelalterlichen Stadtkern und das Handwerk der Glasbläser bekannt. Die „Waschfrau Kathl“ nahm bei einer Stadtführung alle Teilnehmer auf eine heitere Reise in das Mittelalter mit. Im Anschluss wurde die Glasbläserei Kisslinger besucht, so konnte jeder einen Eindruck von dem traditionellen Handwerk bekommen.
Im Anschluss ging die Reise nach Schwaz weiter. Nach einer ausgiebigen Stärkung in der „Knappenkuchl“ stand die Besichtigung des Silberbergwerks auf dem Programm. Nachdem jeder Besucher mit Helm und Regenjacke ausgestattet war fuhr man mit einem „Glück auf“ in die Tiefen des Berges. Der Bergwerksführer erläuterte den Anwesenden die schwere Arbeit unter Tag mit langen Arbeitsschichten und unter schwersten Bedingungen. Wieder am Tageslicht angekommen führte die Reise zum Nachtquartier in der Nähe von Innsbruck. Hier klang der Tag mit Gemeinschaftstänzen und Gesang aus. Als am nächsten Morgen alle Teilnehmer frisch gestärkt waren fuhr man weiter nach Mittenwald, hier stand der Besuch des Geigenbaumuseums auf dem Plan. Im Anschluss konnten alle Reisende die Stadt auf eigene Faus erkunden und zur Freude aller Beteiligten fand gerade ein kleiner Handwerkermarkt statt.
Am frühen Nachmittag steuerte der Busfahrer dann das letzte Ziel der Reise an – Kloster Ettal. Dort stand noch eine ausgiebige Führung durch die weltlichen wie geistlichen Räume an. Als erste Station besuchte man die wunderschöne Klosterkirche, im Anschluss gab es einen Einblick in die Klosterdestillerie. Hier erfuhr jeder was es alles für die Herstellung von hochprozentigen Getränken braucht, dabei kam auch das Probieren nicht zu kurz. Der Abschluss wurde dann mit der Besichtigung der Klosterbrauerei gekrönt. Da sich der Tag langsam dem Ende neigte, beschloss man noch im Klosterstüberl zu speisen bevor man die Heimfahrt antrat. Glücklich und etwas Müde war man dann nach einem ausgewöhnlichen Wochenende wieder in den späten Abendstunden in Kolbermoor.
A Mordsgaudi beim Kirtahutschn
Sprichwörtlich volles Haus hatten die Immergrünen Trachtler bei ihrem traditionellen Kirtahutschen auf dem Anwesen der Familie Voit. Trotz der kühlen Temperaturen hielt es Jung und Alt nicht davon ab der Veranstaltung einen Besuch abzustatten. Pünktlich zum Beginn um 14:00 Uhr ließ sich auch die Sonne blicken, die den herbstlichen Nachmittag noch etwas erhellte. So konnten die Jungen auf der Hutsche, beim Büchsenwerfen und Seilziehen verausgaben. Wie immer wurden die Trachtler von ihren fleißigen Bäckern unterstützt, so dass es sich ein jeder in Nachmittagssonne gut gehen lassen konnte.
20 Jahre Kolbermoorer Trachtenheim – ein besonderes Zuhause
Heimatlos – dieses Wort beschreibt das Dasein der beiden Kolbermoorer Trachtenvereine „Immergrün Kolbermoor“ und „D´Mangfalltaler“ bis in das Jahr 2005 wohl am besten. Obwohl sie seit Jahrzehnten ihren festen Platz im Kolbermoorer Stadtleben haben, hatten sie bis dahin nie ein wirkliches Zuhause.
Natürlich geisterte immer wieder der Gedanke eines Trachtenheims durch die Köpfe der Vereine – jedoch hatte niemand allein die finanziellen Mittel um so etwas zu stemmen. Auch dachte keiner der Beteiligten daran ein gemeinsames Projekt dieser Größenordnung anzustoßen. Dies änderte sich jedoch im Herbst 2004 grundlegend mit dem Abriss der Hauptschule an der Flurstraße. Bereits Jahre zuvor platzte die Schule sprichwörtlich aus allen Nähten, sodass die Platznot durch einen Pavillon mit 4 Klassenzimmern und Sanitäranlagen gelindert wurde. Als die Schule abgerissen wurde stellte sich für die Verantwortlichen die Frage, was nun mit dem kürzlich hinzugefügten Neubau passieren sollte. Zu Schade wäre es, wenn dieser ebenfalls den Baggern zum Opfer fallen würde. So kam die Vorstellung den Pavillon aus der „Abrissmasse“ herauszulösen und ihm eine neue Bestimmung zu geben. Die zündende Idee diesen in ein Trachtenheim umzubauen gab der Stadtbaumeister Andreas Meixner. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister Peter Kloo – welcher ebenfalls Trachtler bei den Immergrünen ist und die Situation seiner Leidensgenossen nur zu gut kannte – konnte er diesen für seinen Vorschlag gewinnen und das Projekt nahm – nachdem beide Vereine ins Boot geholt wurden Gestalt an.
Fleißig waren damals alle Beteiligten, so dass die Demontage im Herbst 2004 begann und an Pfingsten im darauffolgenden Jahr das neue Zuhause der Trachtler eingeweiht werden konnte. So leisteten die Mitglieder der beiden Vereine unzählige Arbeitsstunden und wurden zusätzlich durch den Kolbermoorer Bauhof unterstützt. Unterstützung gab es auch von der Brauerei Maxlrain, die das Trachtenheim mit der notwendigen Innenausstattung versorgte. So wurde der Pavillon mit seinen 4 Klassenräumen in zwei Inventarräume und einen großen Proberaum bzw. Saal mit Küche umgewandelt. Das ursprüngliche Flachdach ist durch ein Zeltdach ersetzt worden, so dass ein Speicher zur Einlagerung dazugekommen ist. Am Pfingstmontag 2005 wurde dann das neue Trachtenheim feierlich eingeweiht. Um allen anwesenden Mitgliedern, der Geistlichkeit, Kommunalpolitikern und den Vertretern der Trachtenverbände einen Platz bieten zu können wurde eigens ein Zelt mit Bühne davor aufgebaut. Im neuen Trachtenheim ging es jedoch besinnlicher zu – hier fand eine kleine bebilderte Ausstellung über die unterschiedlichen Bauphasen statt.
So fanden beide Vereine nach Jahren der Heimatlosigkeit nicht nur ein neues Zuhause, sondern entdeckten während der Bauphase auch viele Gemeinsamkeiten und wuchsen somit zu einer starken Einheit zusammen. Auch heute noch hat das Kolbermoorer Trachtenheim seinen Reiz der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nicht verloren. Erfüllt es vor allem seinen Zweck für die Proben der Kinder, Jugend und Aktiven und das Inventar ist es doch für alle Mitglieder eine lieb gewonnene Heimat geworden. Dabei dient es nicht nur zum Proben des Nachwuchses, auch finden in diesem die Jahreshauptversammlungen, Hoagaschts, Stammtische, Faschingsfeiern und viele weitere Veranstaltungen statt. So entstand ein kleines Juwel, welches von Beginn an die unterschiedlichsten Leute zusammengebracht hat und immer noch zusammenbringt – sozusagen eine Begegnungsstätte der besonderen Art.
Herbstversammlung – gemeinsam Feiern und Danke sagen
Schwungvoll eröffnete die Kinder- und Jugendgruppe des Trachtenvereins Immergrün Kolbermoor den Vereinsabend mit einem Tanz. So konnte der bereits bestens gefüllte Saal einen kleinen Eindruck erhalten was die jüngsten mittlerweile schon alles können. Wie es bereits schon zum festen Brauch gehört finden im Herbst die Ehrungen des Vereins statt. Dies sind für die Verantwortlichen immer eine der schönsten Angelegenheit. Zum einen um sich für die lange Treue zum Verein zu bedanken oder um auch gemeinsam einem neuen Lebensabschnitt wie die Geburt des Nachwuchses oder einem runden Geburtstag zu feiern.
Zum 70zigsten Geburtstag durften sich Rosalie Redl, Günther Schuhmacher, Sebastian Mauerkirchner, Gerhard Schlarb und Josef Miko über ein kleines Präsent in Form eines Brotzeitbrettls freuen. Im Anschluss gratulierten die beiden Vorstände Bettina Aßbichler, Sabine und Josef Stahhuber, Marie Hutter und Max Schlarb, Angelika und Manuel Wagner, Stefan und Anita Staudinger, Elisabeth und Marco Wesenauer sowie Sebastian Breu zu Ihrem Nachwuchs mit einer kleinen hölzernen Spardose.
Danach folgten die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften. Für 20 Jahre Vereinszugehörigkeit ehrte man Mathias Klinghuber, Erich Sonntleitner, Herbert Schmid, Andrea Heilmann, Anna Feuerer, Thomas Klebe, Herta Frank, Alexandra Frank, Josef Schrank und Kathrin Brandl. Die 30-jährigen Jubilare bestanden aus Otto und Britta Berngeher, Wolfgang Schmid, Christa und Rudolf Eder, Marianne Deutinger, Josef Burgschmidt, Johann Seidl, Franz Redl, Elisabeth Seidl und Christian Rothmeier. Für 45 Jahre wurden Elfriede Schafleitner, Thomas Paukert und Wilhelm Mayer geehrt. Mit 50 Jahren Vereinszugehörigkeit dankte man Otto Krug. Im Anschluss folgten die Ehrungen für 55 Jahre für Marie Luise Kranz und Werner Stieb. Zu einer besonders langen Vereinszugehörigkeit von 65 Jahren dankte man Christa Axthammer.
Als nächstes stand die Abstimmung über die Neufassung der Vereinssatzung auf dem Programm. Ziel ist es mit kleinen Anpassungen den Verein auf einem gesunden Fundament zu halten und weiter zukunftsfähig zu bleiben, da die Anforderungen und Aufgaben der Verantwortlichen nicht weniger werden. Die Neufassung wurde daher mit einer großen Mehrheit angenommen. Auch wenn das Jahr bereits weit fortgeschritten ist und der goldene Oktober vor der Türe steht verwies der erste Vorsitzende auf die anstehenden Termine. Am Kirchweihsamstag, den 18. Oktober findet das Kirtahutschen bei der Familie Voit in der Aiblinger Au statt. Danach öffnet der Verein am 09. November die Türen des Trachtenheims zum Kessel- und Ochsenfleischessen. Wie immer hoffe man auch heuer wieder auf eine rege Beteiligung. Das Jahr klingt dann mit der Teilnahme am Volkstrauertag der heuer am Sonntag, den 16. November ist sowie der Weihnachtsfeier am Samstag, den 29. November aus. Bevor man aber an den Jahresausklang dachte, ließ man erst einmal den Abend bei Musik und Ratsch gemütlich ausklingen.
Zelten der Immergrünen Kinder und Jugend
Bei hochsommerlichen Temperaturen konnten sich die Kinder und Jugendlichen des Trachtenvereins Immergrün Kolbermoor auf einen besonderen Tag freuen – der Verein lud zum Zelten ein. Bereits am späten Vormittag wurde bei der Familie Staudinger in Lohholz unter den Obstbäumen die Zelte aufgebaut. Nach einer kurzen Stärkung stand dann am Nachmittag allerhand Abwechslung auf dem Programm. So konnten die jüngsten sich beim Postenlauf im Wald austoben und im Anschluss im Wettkampf bei verschiedenen Spielen wie zum Beispiel beim Hufeisenwerfen oder Gummistiefelweitwurf messen. Am Abend wurde dann gemeinsam gegrillt und es wurden Stockbrote am Lagerfeuer gebacken. Den Abschluss kürte eine gemeinsame Nachtwanderung die alle Teilnehmer danach in den wohlverdienten Schlaf sinken ließ – mit der Bitte im kommenden Jahr wieder so einen tollen Tag erleben zu dürfen.
Miedernähkurs – „As bsonderne Gwand selber gmacht“
Eine Augenweide beschreibt es wohl am besten, wenn die Trachtlerinnen zu den Festtagen ihr „guads Gwand“ anhaben. Wie sich wohl jeder vorstellen kann, ist so eine Ausstattung ein nicht gerade billiges Unterfangen. Kauft man sich beispielsweise ein Mieder im Laden muss man dafür tief in die Tasche greifen. Aber was macht den Preis so teuer? Zum einen handelt es sich um eine Maßanfertigung, zum anderen ist alles Handarbeit und zum Schluss muss noch in der Miederart unterschieden werden, ob es sich um ein halbsteifes oder steifes Mieder handelt. Das bedeutet, mit wie vielen Muster die Mieder ausstaffiert werden – heißt je mehr Muster es hat, desto steifer ist es, bei weniger Muster spricht man von halbsteifen Miedern. Die Preise für letztere fangen meist bei 450 Euro an und natürlich gibt es dabei noch viel Luft nach oben.
Um das Ganze erschwinglich zu gestalten wurde von Rosmarie Henke (ehemalige Gautrachtenwartin vom Gauverband I) und Helene Kirschenhofer (Trachtenschneidermeisterin) einen Miedernähkurs für steife Mieder angeboten, welcher im Frühjahr stattfand. Dieses Angebot nahmen Damen aus den Trachtenvereinen aus Rott am Inn (Inngau), Edelweiß Höhenmoos (Chiemgau Alpenverband) sowie aus den Vereinen aus Vagen und den Immergrünen aus Kolbermoor (beide Gauverband I) wahr.
So traf man sich über mehrere Wochen drei Mal bei der Rosmarie in Aschau zum Arbeiten, aber auch daheim waren die Teilnehmerinnen gefordert. Beim ersten Treffen wurde von jeder Mitwirkenden die Maße genommen, die Schnitte auf den Stoff übertragen und zugeschnitten. Zuhause durften dann alle ein Design für das Muster, welches das Mieder bekommen sollte entwerfen. Hierbei finden meistens die klassischen Muster Anwendung, welche aus Blumen, Fischgräten oder Rauten bestehen. Beim zweiten Treffen in Aschau wurde dann das gestaltete Muster besprochen und auf das Mieder übertragen. Als man wieder zuhause angekommen war musste das Muster abgenäht werden und es ging an das ausfüllen, so dass das erstellte Muster auch zur Geltung kommt. Dafür wird soggenanntes Peddigrohr verwendet, das besonders biegsam ist. Beim letzten Kurstreffen verklebte man die verschiedenen Lagen des Mieders mit einer Roggenmehl-Wasser-Mischung miteinander, um mehr Stabilität zu erhalten – zusätzlich kommt das Muster auch noch besser zur Geltung. Der natürliche Kleber im Roggenmehl erstellt eine erstaunlich feste Verbindung mit den verklebten Materialien, so dass die verbundenen Teile nur noch mit Gewalt voneinander getrennt werden können. Als letzte Arbeit wurde dann das Mieder innen noch gefüttert – falls man nicht komplett fertig wurde, hat man die restliche Arbeit zuhause erledigt.
Zum Abschluss trafen sich dann alle Teilnehmerinnen im Kolbermoorer Trachtenheim bei Kaffee und Kuchen. Der Veranstaltung schloss sich auch die Trachtenwartin des Gauverbands I Irmi Impler an um die gefertigten Mieder zu begutachten. Sprichwörtlich fühlen konnte man an dem Nachmittag den Stolz der einzelnen Teilnehmerinnen darauf das „eigene Gwand“ selbst hergestellt zu haben.
Kräftemessen beim Vereinspreisplattln
Im Turnus von 2 Jahren veranstaltet der Trachtenverein Immergrün Kolbermoor sein sogenanntes Vereinspreisplattln. Hierbei geht es für die kleinen und großen Akteure darum, sich mit den anderen im Wettkampf zu messen. Alle Teilnehmer sind nach Jahrgängen in verschiedene Gruppen eingeteilt um einen fairen Ablauf garantieren zu können. Was für einen Beobachter ziemlich einfach aussieht muss erst einmal erlernt und geprobt werden. Natürlich, ist die Tagesform ein sehr entscheidendes Kriterium welches über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Über eine bestens besuchtes Trachtenheim konnten sie die Trachtler am Sontag, den 18. Mai freuen. Da am frühen Morgen ein ganzer Schwung Trachtler an der Gauwallfahrt des Gauverbands 1 in Siegsdorf teilnahm, startete der Wettbewerb mit leichter Verzögerung. Insgesamt traten 41 Kandidaten in den verschiedenen Altersgruppen gegeneinander an.
So wurden bei den Kindern zu den Klängen des „Heiseis“ Schuhgeplattelt und Dirndlgedreht. In der Altersklasse Dirndl 1 (2019-2020) belegte Johanna Hofmann den ersten Platz vor Theresa Reiner und Thea Hofmann. Bei den Dirndl 2 (2015-2018) siegte Magdalena Zagler vor Leonie Moser, Emiliy Nolte und Magdalena Redl. In der Kategorie Dirndl 3 (2013-2015) gewann Eva Zeller vor Johanna Heilmann, Julia Saller und Luisa Taxauer. Bei den Buam 1 (2015-2018) konnte Marinus Seidl den ersten Platz erringen – gefolgt von Leonhard Köhler, Xaver Unterliner und Maxi Saller. In der Altersklasse Buam 2 (2014) wurde Sebastian Lösch erster gefolgt von Giorgio Zeloni, Christian Zeller, Ludwig Lösch und Julian Döbl. Im Anschluss folgten dann die Jugenddirndl – hier ist der Anspruch an die Teilnehmer schon höher – welche eine Runde Walzer tanzten und dann zum Dirndldrehen von Ihrem Tanzpartner herausgedreht wurden. Dabei belegte Leonie Huber den ersten Platz, Emma Beck den zweiten Platz, Leonie Hofmann wurde dritt platzierte und Magdalena Lösch wurde vierte.
Mit Erreichen des 16ten Lebensjahrs gehört man dann zu den „Aktiven“ und muss im Paartanz, welcher aus Walzer, Platteln und Dirndldrehen besteht, sein Können beweisen. Ausschlaggebend für alle Tänzer sind vor allem Taktgefühl mit der Musik, Ausdauer und Gemeinschaftssinn. Bei den Aktiven Buam konnte Florian Zehetmair den ersten Platz erringen, gefolgt von Simon Rothmeier der Platz zwei belegte, der dritte Platz ging an Andreas Eibl und Markus Nachtweih belegte den vierten Platz. Bei den Aktiven Dirndl gewann Andrea Zehetmair den ersten Platz, gefolgt von Lias Höckh auf Platz zwei, Katharina Nachtweih auf Platz drei, Klara Treibenreif, Jasmin Hannibal und Lisa Haseleu belegten absteigend die weiteren Plätze. Auch gab es heuer zwei Gruppen von nicht mehr ganz so jungen Trachtlern die trotzdem noch Ihren Spaß und Ihre Freude am Drehen und Platteln wie in Kindertagen haben. Bei den „agilen Damen“ gewann Christine Zehetmair vor Vroni Zagler und Andrea Heilmann. Bei den „fitten Herren“ konnte sich Hans Seidl Junior vor Thomas Heilmann, Jürgen Halder und Franz Redl durchsetzen.
Wie auch in den vergangenen Jahren bekamen die Punktbesten den Wanderpokal. Bei den Dirndln konnte Andrea Zehetmair von den Aktivendirndl diesen mit Nachhause nehmen. Bei den Buam errang diesen ihr Bruder Florian Zehetmair als Punktbester. Dieser Wanderpokal wurde heuer von Christoph Eder neu gestiftet, da er diesen 3 Mal hintereinander gewonnen hatte und dadurch behalten durfte.
So konnte jeder Teilnehmer einen Pokal und einen Anstecker vom Preisplatteln für die Teilnahme mit Nachhause nehmen. Ein besonderes Schmankerl ließen sich die Verantwortlichen noch einfallen für die Kinder- und Jugenddirndl gab es zusätzlich noch Haarnadeln – bei den Aktivendirndl bestand der Zusatz aus einem Thaler für das Mieder. Die Buam erhielten alle noch eine Hutnadel. So fand ein ereignisreicher Nachmittag noch einen gemütlichen Ausklang.
Kloane Trachtler ganz groß
Auch heuer war es wieder eine Freude die Nachwuchstrachtler der Immergrünen aus Kolbermoor zu sehen. Gemeinsam besuchten sie – mit ihren selbst gebastelten Palmbuschen – den Gottesdienst zur Palmbuschenweihe. Im Anschluss ging es zum gemeinsamen Würstlessen ins Trachtenheim, wo sie Ihre Buschen gegen eine kleine Spende unter das Volk brachten.
Ehemaligenprobe wieder ein voller Erfolg
Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der Trachtenverein Immergrün Kolbermoor eine Ehemaligenprobe, welche auch dieses Mal wieder auf viel Zuspruch gestoßen ist. Mit Unterstützung der Aktiven konnten alle „junggebliebenen“ wieder einmal richtig das Tanzbein schwingen. Verlernt hatte es noch niemand, ob beispielsweise beim Mühlradl, der Olympiapolka oder beim Kronentanz schnell fanden sie in den gewohnten Takt der Jugendzeit zurück. Im Anschluss an das Tanzen hatte der Ehrenvorstand Hans Seidl Senior noch ein besonderes Schmankerl als Überraschung für alle dabei. Als der Trachtenverein im Jahr 2000 an der Veranstaltung „Folklore International“ in Litauen teilgenommen hatte, wurde dies als Film verewigt und so konnte sich so mancher Teilnehmer sein jüngeres ich noch einmal bei einem Auftritt ansehen.
Jahreshauptversammlung – mit Elan in das neue Trachtenjahr
Am vergangenen Samstag, lud der Trachtenverein Immergrün Kolbermoor seine Mitglieder zur 132. Jahreshauptversammlung ein – dies wurde durch rege Teilnahme honoriert. Um kurz nach 20:00 Uhr eröffnete der 1. Vorstand Christian Staudinger die Veranstaltung. Nachdem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder gab der Schriftführer Florian Podhorny einen Rückblick auf das zurückliegende Trachtenjahr. So wurden die festen Termine im Jahresrhythmus von den Mitgliedern sehr gut besucht. Höhepunkt war vor allem der Monat Mai mit dem Familientag und Oldtimertreffen sowie das 30-jährige Jubiläum der Goaßlschnalzer. Im Anschluss gaben die beiden Jugendleiter Bernd Nachtweih und Johanna Eibl einen Einblick in Ihren Aufgabenbereich. Derzeit hat der Verein insgesamt 33 kleine Nachwuchstrachtler, die jeden Mittwoch fleißig am Proben sind. Aber nicht nur das Proben steht im Vordergrund auch darf das gemeinsame Erleben bei Auftritten, Ausflügen und Basteln nicht zu kurz kommen, da dies die Gruppe bereits in jungen Jahren zu einer eingeschworenen Einheit vereint. Das gleiche Motto gilt auch für die 19 Aktiven die zwar auch immer fleißig am Proben sind, aber auch fernab des Trachtenheims viel zusammen unternehmen. Aber auch bei den anderen Sparten herrscht zum Glück kein Nachwuchsmangel, so kann man bei den Goaßlschnalzern und Trommlern personell aus dem vollen schöpfen. Ob beim Wieseneinzug die Trommler den Takt angeben oder die Goaßlschnalzer den Charivari Frühschoppen in Maxlrain bereichern – so hat jede Sparte seine Höhepunkte im Jahr zu verzeichnen. Großer Dank gilt auch immer der Trachtenwartin Maria Unterlinner – vor allem für ihr aufopferungsvolles Arrangement – beim „eingwandn“ neuer Mitglieder. Wurscht, ob jung oder alt – sie findet für jeden etwas passendes, so dass ein jeder Trachtler sauber und fesch gekleidet kommt. Dass dies aber alles erst möglich ist muss natürlich auch die Kasse stimmen. Hier führt der Kassier Manuel Wagner ein gutes Regiment – ein „Sparverein“ möchte man nicht sein – doch überlegt man sich schon immer, welche Ausgaben wirklich sinnvoll sind.
Nach der Entlastung der Vorstandschaft fand Christian Staudinger in seiner Rede noch die passenden Abschlussworte. Er betonte, dass man sich als Traditionsverein seinen Kernaufgaben nicht entziehen darf. Dies beinhaltet vor allem die Teilnahme an den weltlichen und kirchlichen Veranstaltungen – jedoch sollte man sich auch nicht der neuen Zeit mit seinem Fortschritt verschließen, wenn man als Gemeinschaft gesund weiter existieren möchte. Unabdingbar wichtig ist es immer die Voraussetzung, dass man in der eigenen Gesellschaft oder mit anderen Vereinen einen angemessenen Umgang pflegt, sich nicht auf seinen erreichten Lorbeeren ausruht und neue Akzente setzen – so steht der Trachtenverein mit seinen 352 Mitgliedern auf einem gesunden Fundament. Zusätzlich berichtete er von dem aktuellen Stand der nahenden 17ten Kolbermoorer Schäfflersaison 2026, die bereits ihre Schatten voraus wirft. Aber auch das Maibaumfest im kommenden Jahr steht vor der Türe. So wird noch ein Spender für das neue „Traditionsstangerl“ gesucht, dass am 01. Mai 2026 den Kolbermoorer Marktplatz für die nächsten Jahre zieren soll. Zum Schluss dankte er dem Ausschuss für seine geleistete Arbeit aber auch den Mitgliedern für Ihr Arbeiten – den ohne diese wären die vielen schönen Veranstaltungen und Feste nicht möglich, welche das öffentliche Leben in Kolbermoor jedes Jahr bereichern.
Lustiges Faschingstreiben
Auch heuer ging es bei den kleinsten Trachtlern wieder hoch her. So wurde die Plattlerprobe in ein wildes Faschingstreiben verwandelt bei dem die jüngsten nach Lust und Laune so richtig toben konnten. Aber nicht nur die jüngsten durften mitmachen, sondern auch die Eltern wurden bei Spiel und Tanz mit eingebunden. So merkte man erst jetzt, dass das was die Kinder Woche für Woche lernen nicht so ganz ohne ist. Zwischendurch konnten sich alle bei einer anständigen Brotzeit wieder stärken, bis es dann in die nächste Tanz- und Spielrunde ging.
Beindruckendes Potpourri der bairischen Musik
Bereits zum zweiten Mal lud der Trachtenverein Immergrün Kolbermoor zum Musikanten Hoagascht ein. Vor allem die abwechslungsreiche Zusammenstellung der verschiedenen Gruppen überzeugte die Zuhörer von nah und fern. So faszinierten die vier Rimstinger Sänger mit ihrem unverwechselbaren Männergesang das Publikum, begleitet wurden sie dabei von Peter Anderl auf der Zither. Als gesanglicher Gegenpart verzauberten die Geschwister Baumgartner – bestehend aus Maria, Leni und Hans – mit ihrem feinen Gesang die Anwesenden. So trugen beide Gruppen Lieder aus dem Leben über „de Liab, as Jagern und as ganz normale miteinander“ vor. Als besonderes Schmankerl war dabei die Abrundung eines Stückes mit einem harmonischen Jodler. Als Thema wurde dieses Mal die nahende Schäfflerzeit 2026 für den Trachtenverein gewählt. So führte Jürgen Halder wieder gekonnt durch den Nachmittag – er klärte über den historischen Ursprung auf, wie der Tanz seinen Weg nach Kolbermoor fand und was so alles notwendig ist, dass überhaupt getanzt werden kann. Die Instrumentale Komponente durfte bei dem Hoagascht natürlich auch nicht fehlen – diese wurde von dem Bruckbeckbachä Harfentrio übernommen, welche mit ihren drei Harfen so manchen Zuschauer zum Staunen brachte. Ob beim schneidigen Marsch, beim einfühlsamen Walzer oder einer Polka verstanden Sie das Publikum mitzunehmen. Jedoch auch die zweite Musik wusste, wie sie die Zuhörer in ihren Bann ziehen konnte. Das Almarausch Trio aus Emmering – bestehend aus Harfe, Ziach und Ventilposaune spielten schneidig auf. So gaben alle Gruppen nach dem der offizielle Teil zu Ende war noch eine Zugabe, so dass sich das bestens besuchte Trachtenheim, nach einem unvergesslichem Nachmittag langsam leerte.